Sicherheit

Resilienz stärken: Die Rolle mehrschichtiger Sicherheit in Rechenzentren

Rick Estes11.2.2026

Der globale Markt für Rechenzentren wächst stetig und entwickelt sich zu einem zentralen Knotenpunkt globaler Vernetzung. Unbefugter Zugriff, menschliches Versagen, Diebstahl und Protokollfehler können Schwachstellen in einem Rechenzentrum verursachen. Der Schutz dieser Knotenpunkte ist daher nicht länger optional, sondern unerlässlich für die Betriebssicherheit und das Vertrauen der Kunden. Jede Einrichtung weist eine individuelle Struktur, spezifische Betriebsanforderungen und ein eigenes Bedrohungsumfeld auf – eine Universallösung gibt es nicht.

Ein mehrstufiger Ansatz für die physische Sicherheit ist entscheidend, um Rechenzentren von außen nach innen zu schützen. Von der Perimeterüberwachung bis hin zu hochsicheren Innenbereichen schafft eine durchdachte Planung eine robuste Sicherheitsarchitektur. In diesem Artikel erläutern wir die fünf primären Ebenen der physischen Sicherheit in einem Rechenzentrum:

  • Anlagenumrisse

  • Außenbereiche der Anlage

  • Gemeinschaftsbereiche

  • Innenbereiche

  • Hochsicherheitsbereiche

Anlagenumrisse

Resilienz stärken InPost 1

Ein sicheres Rechenzentrum beginnt an seinem Perimeter, wodurch der Zaun eine entscheidende erste Verteidigungslinie darstellt. Er dient als erste Kontrollstelle, an der alle Besucher überprüft werden, bevor sie Zutritt zum Gebäude erhalten. Strategisch platzierte Wachhäuschen mit Lesegeräten für Ausweise steuern die automatisierten Fahrzeugtore, während Drehkreuze in voller Höhe den Fußgängerzugang sichern.

Diese physischen Zugangspunkte sind in das umfassendere Zutrittskontrollsystem des Gebäudes integriert und unterstützen die Authentifizierung per Proximity-Karte oder biometrischer Daten. Neben der Zutrittskontrolle schützt der Perimeter auch die externen Versorgungsbereiche – die oft betriebsnotwendig sind – und gewährleistet so einen umfassenden Schutz. Zusammen ergeben diese Maßnahmen ein nahtloses, effizientes und robustes Sicherheitskonzept.

Außenbereiche der Anlage

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Die Außeneingänge von Rechenzentren sind wichtige Übergangspunkte, an denen Besucher das Gebäude betreten. Standardisierte Zugangskontrollsysteme mit Zwei-Faktor-Authentifizierung, beispielsweise per Chipkarte oder Biometrie, gewährleisten den Zutritt nur autorisierten Personen. Metalldetektoren an diesen Eingängen erhöhen die Sicherheit, indem sie das Einbringen unautorisierter Datenspeichergeräte oder verbotener Werkzeuge verhindern. Die Kombination dieser Technologien ermöglicht es den Einrichtungen, strenge Zugangsprotokolle einzuhalten und gleichzeitig Mitarbeitern und Besuchern ein effizientes und professionelles Erlebnis zu bieten.

Gemeinschaftsbereiche

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Lobbys und Empfangsbereiche sind mehr als nur einladende Orte – sie sind unerlässlich für die Steuerung des Personenverkehrs innerhalb eines Rechenzentrums. Diese Gemeinschaftsbereiche leiten Besucher und Mitarbeiter zu den jeweiligen Zielen und bieten sichere Ausgabestationen für Werkzeuge, um den Bedarf an externen Werkzeugen zu reduzieren.

Optische Drehkreuze im Innenbereich sorgen für eine zusätzliche Sicherheitskontrolle, bevor Personen sensible Bereiche betreten. Optische Drehkreuze an den Aufzügen, kombiniert mit Aufzugssteuerungssystemen, gewährleisten, dass der Zugang auf autorisierte Etagen beschränkt ist. Diese Systeme unterstützen einen sicheren, effizienten und kontrollierten Personenfluss in den am stärksten frequentierten Gemeinschaftsbereichen des Rechenzentrums.

Innenbereiche

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Innenbereiche wie Büros und Pausenräume sind für den täglichen Betrieb unerlässlich, enthalten aber oft sensible Informationen und abteilungsspezifische Ressourcen. Daher muss der Zugang auf autorisiertes Personal beschränkt werden.

Hochsicherheitstürschlösser mit Lesegeräten, die an das Zutrittskontrollsystem des Gebäudes angebunden sind, gewährleisten, dass nur Berechtigte Zutritt erhalten. Üblicherweise haben Mitarbeiter nur Zugang zu den Büros ihrer jeweiligen Abteilung, um unnötige Risiken zu minimieren. Dieser gezielte Ansatz schützt nicht nur kritische Ressourcen, sondern fördert auch die betriebliche Effizienz und stärkt eine einheitliche, rollenbasierte Zutrittskontrolle im gesamten Rechenzentrum.

Hochsicherheitsbereiche

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Hochsicherheitsbereiche wie Server- und Technikräume erfordern einen besonders robusten physischen Schutz, da sie wichtige Infrastruktur und sensible Daten beherbergen. Präventive Maßnahmen sind unerlässlich, um unbefugten Zugriff wie das sogenannte Tailgating oder Piggybacking zu erkennen und vollständig zu unterbinden.

Sicherheitsschleusen und Drehtüren ermöglichen einen kontrollierten Einzelzugang mit Authentifizierung. Serverschrankschlösser bilden eine zusätzliche Sicherheitsebene und sichern den Zugriff auf die Geräte im Raum selbst. Durch das Zusammenspiel dieser Lösungen wird sichergestellt, dass nur autorisierte Personen Zutritt erhalten. Dies stärkt eine mehrstufige Sicherheitsstrategie in den kritischsten Bereichen des Gebäudes. Darüber hinaus sollte jeder Datenschrank über eine Zugangskontrolle an Vorder- und Rückseite verfügen und die Türen auf Blockierung und Verriegelung überwachen.

Die Bedeutung physischer Sicherheit: Von außen nach innen

Resilienz stärken InPost 6

Ein mehrstufiger Ansatz ist unerlässlich, um die Sicherheit eines Rechenzentrums zu maximieren. Sicherheit ist bei der Planung von Rechenzentren von entscheidender Bedeutung. Daher bietet die Integration physischer Sicherheitslösungen bereits im Planungsprozess die kosteneffektivste Lösung, die beste Nutzung der Technologie und eine effektive Integration in die Anlage. Sicherheit ist die Verantwortung aller. Die Gestaltung der Zugriffskontrolle auf jeder Ebene, das Bewusstsein für die Sicherheitsrisiken und die Einhaltung der Protokolle sind von zentraler Bedeutung. Jede Komponente und jeder Zugriffspunkt baut auf den anderen auf, um ein robustes Sicherheitskonzept zu schaffen.

dormakaba Redaktionsteam

Rick Estes

Rick Estes

Rick Estes ist stellvertretender Vizepräsident für Geschäftsentwicklung bei dormakaba North America. Er ist seit 14 Jahren bei dormakaba tätig und verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Sicherheits- und Türbeschlagbranche.

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